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Bauen, nutzen, löschen: Meine Erfahrung mit Disposable Software

5 hours ago
2 min read

In meinem letzten Beitrag über die New Frugality ging es darum, Systeme bewusst schlank zu halten. Doch mit modernen KI-Agenten verschiebt sich die Grenze noch weiter: Wir müssen Software nicht mehr für die nächsten fünf Jahre planen. Wir können sie für den Moment bauen, nutzen – und wenn nötig wieder verwerfen.


Ein konkretes Beispiel dafür ist mein jüngstes Projekt: das SREOpsDashboard (live ausprobierbar unter expendable.philipphiestand.ch).


Vom fehlerhaften Prototyp zum Produkt in Stunden

Die Ausgangslage war ein typischer, schnell zusammengehackter Entwurf: kollidierende Texte im Header, starre Layouts und eine Kaskade von NaN-Fehlern bei unvollständigen Eingaben.


Früher hätte das bedeutet: ein Wochenende lang CSS-Grids debuggen, Parsing-Funktionen schreiben und Typdefinitionen flicken.


Stattdessen habe ich das Problem in GitHub Issues mit klaren Akzeptanzkriterien formuliert. Der GitHub Coding Agent hat den Code strukturiert, die Fehler behoben und innerhalb von Minuten saubere Pull Requests geliefert.


Echte SRE-Prinzipien statt Spielzeug-Code

Mir ging es aber nicht nur um die Oberfläche, sondern um echte Betriebslogik nach Googles Site Reliability Engineering (SRE):


  • Toil vs. Innovation: Zeit für Automatisierung darf Teams nicht in die «Red Zone» treiben. Sie zählt als wertvolle Engineering-Kapazität.


  • Keine Schein-Sicherheit durch Pooling: Wenn ein Team bei 103 % Last brennt, darf das nicht durch die Reserve eines anderen Teams schöngerechnet werden. Das Dashboard rechnet Kapazitäten jetzt strikt segmentiert ab.


  • Praktische Hebel: Nicht jede Überlastung lässt sich durch teures Hiring lösen. Alternativen wie der Pager-Handback an Entwicklerteams oder dedizierte Interrupt-Shields sind direkt im Modell hinterlegt.


Der Stack: Coolify & SQLite auf Hostinger

Um dem Gedanken der Wegwerf-Software treu zu bleiben, wollte ich keinen aufgeblasenen Cloud-Stack. Die Architektur ist radikal einfach gehalten:


  • Hostinger VPS: Schlanke, kostengünstige Rechenleistung.


  • Coolify: Selbstgehostetes PaaS, das per Webhook direkt an mein GitHub-Repo gekoppelt ist.


  • SQLite: Embedded, rasend schnell und persistiert über ein gemountetes Volume.


Damit Besucher die Live-Instanz gefahrlos ausprobieren und Services löschen können, sorgt ein interner Cronjob für Selbstheilung: Über einen Schalter im Code (AUTO_RESTORE_ENABLED) wird die Datenbank periodisch automatisch auf einen definierten «Golden Snapshot» zurückgesetzt.


Mein Fazit

Wir müssen aufhören, jedes kleine interne Tool wie ein monumentales Firmenmonopol zu behandeln. Wenn Ideen, Code-Generierung und Deployment derart reibungslos ineinandergreifen, lautet die Devise: Bauen, Problem lösen und die Software bewusst «expendable» halten.

 
 
 

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My blog is about technology, security, sustainability and my ideas to combine those elements into digital solutions.

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